Wie viele Frisierplätze braucht mein Salon? Plätze, Fläche & Auslastung planen
Zu wenige Plätze und Sie verschenken Umsatz – zu viele, und der Salon wirkt leer und teuer im Unterhalt. Die richtige Anzahl an Frisierplätzen ist eine der wichtigsten Weichenstellungen jeder Salonplanung. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie aus Fläche, Auslastung und Wirtschaftlichkeit die passende Platzzahl ableiten.
Wie viele Bedienplätze in einen Salon passen, entscheidet sich nicht nach Gefühl, sondern nach Quadratmetern, Arbeitsabläufen und Ihrem Geschäftsmodell. Ein durchdachtes Verhältnis aus Frisier-, Wasch- und Warteplätzen sorgt dafür, dass Ihr Team flüssig arbeitet, Kunden sich nicht gedrängt fühlen und jeder Platz sich auch rechnet. Bevor das erste Möbelstück bestellt wird, lohnt es sich daher, die Platzzahl sauber zu planen.
Faustregel: Fläche pro Bereich
Als grobe Orientierung gelten pro Funktionsbereich folgende Richtwerte. Sie helfen, aus der vorhandenen Fläche die mögliche Platzzahl abzuschätzen.
| Bereich | Fläche (Richtwert) | Hinweis |
|---|---|---|
| Frisierplatz | ca. 4–5 m² | Stuhl, Spiegel, Arbeitsfläche und Bewegungsraum dahinter |
| Waschplatz | ca. 3–4 m² | Waschbecken plus Bewegungsraum für Mitarbeiter |
| Empfang & Warten | ca. 6–10 m² | Tresen, Sitzgelegenheiten, Retail |
| Backstage & Lager | ca. 8–12 m² | Personalraum, Technik, Vorräte |
So leiten Sie die Platzzahl ab
Ziehen Sie von der Gesamtfläche zuerst Empfang, Wartebereich und Backstage ab. Die verbleibende Fläche teilen Sie durch den Richtwert pro Frisierplatz. Ein Beispiel: Bei 80 m² bleiben nach Abzug von rund 25 m² für Nebenflächen etwa 55 m² – das ergibt grob zehn bis zwölf Frisierplätze, von denen ein Teil als Waschplätze ausgelegt wird. Wie viel sich auch auf wenig Fläche realisieren lässt, zeigt unser Ratgeber zum kleinen Salon.
Verhältnis Frisier- zu Waschplätzen
Ein häufiger Planungsfehler sind zu wenige Waschplätze. Als Richtwert gilt etwa ein Waschplatz pro drei bis vier Frisierplätze – bei farbintensiven Salons eher mehr. Wer hier zu knapp plant, schafft einen Engpass, der den gesamten Ablauf ausbremst.
- Klassischer Salon: rund ein Waschplatz je drei bis vier Frisierplätze
- Color-lastiger Salon: zusätzliche Plätze für Einwirkzeiten einplanen
- Barbershop: weniger Waschplätze, dafür mehr Schneideplätze
- Die Zonierung beeinflusst, wie Plätze verteilt werden
Was die Platzzahl wirtschaftlich bedeutet
Jeder Platz verursacht Kosten – Miete, Einrichtung, Energie – und sollte daher auch Umsatz bringen. Entscheidend ist nicht die maximale Zahl, sondern die Auslastung. Lieber wenige, gut ausgelastete Plätze als viele, die meist leer stehen. Rechnen Sie ehrlich mit Ihrer Mitarbeiterzahl: Mehr Plätze als gleichzeitig arbeitende Stylisten ergeben nur Sinn, wenn Sie Wachstum oder Stuhlmiete einplanen.
Wachstum von Anfang an mitdenken
Ihr Salon soll wachsen? Dann planen Sie die Fläche so, dass später ein zusätzlicher Platz ergänzt werden kann, ohne alles umzubauen. Reserve bei Elektro- und Wasseranschlüssen macht das später einfach.
- Anschlüsse für einen Reserveplatz gleich mitverlegen
- Modulare Möblierung statt fest verbauter Einbauten wählen
- Laufwege so legen, dass ein Extraplatz nicht den Fluss stört
- Den Gesamtablauf im Planungs-Leitfaden nachvollziehen
Fazit
Die richtige Anzahl an Frisierplätzen ergibt sich aus Fläche, Mitarbeiterzahl und Auslastung – nicht aus dem Wunsch, möglichst viel unterzubringen. Wer Frisier- und Waschplätze im sinnvollen Verhältnis plant, genügend Bewegungsraum lässt und Wachstum mitdenkt, schafft einen Salon, der wirtschaftlich arbeitet und angenehm wirkt. Am besten lässt sich die Platzzahl in einer professionellen 3D-Planung durchspielen, bevor etwas gebaut wird.
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