Was kostet ein Barbershop? Alle Kosten im Überblick (2025)
Konkrete Zahlen, Beispielrechnungen und Spartipps – von einem Fachhändler für Friseureinrichtung mit über 20 Jahren Erfahrung.
Die direkte Antwort: Ein vollständiger Barbershop kostet je nach Größe, Lage und Ausstattungsniveau im ersten Jahr zwischen 30.000 € und 150.000 €. Der Großteil davon entfällt auf Einrichtung, Renovierung und die ersten Betriebsmonate. Wer eine solide Planung aufstellt und gezielt einkauft, kann auch für 45.000 € einen professionellen Barbershop mit drei Arbeitsplätzen eröffnen. Wer in einer A-Lage mit Premiumkonzept startet, sollte 80.000–100.000 € und mehr einplanen.
Diese Kostenübersicht listet alle relevanten Positionen, erklärt die wichtigsten Kostentreiber und zeigt anhand zweier konkreter Beispiele, was realistische Budgets bedeuten.
Alle Kostenpositionen im Überblick
| Kostenposition | Untere Grenze | Obere Grenze | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Kaution / Mietdepot | 3.000 € | 15.000 € | Typisch 3 Kaltmieten |
| Umbau / Renovierung | 5.000 € | 40.000 € | Größter Varianzfaktor |
| Einrichtung (Stühle, Waschtische, Möbel) | 8.000 € | 35.000 € | Je nach Anzahl Plätze |
| Geräte (Trockner, Trimmer, Sterilisator) | 2.000 € | 8.000 € | Profigeräte Pflicht |
| Kassensystem inkl. TSE | 800 € | 2.500 € | Gesetzlich vorgeschrieben |
| Buchungssoftware (1 Jahr) | 300 € | 1.200 € | z.B. Treatwell, Shore |
| Startwarenlager (Produkte, Pflegemittel) | 1.000 € | 4.000 € | Scheren, Klingen, Produkte |
| Marketing / Launch-Werbung | 1.500 € | 6.000 € | Social, Flyer, Google |
| Gewerbeanmeldung + Genehmigungen | 200 € | 500 € | Einmalig, Amt + Berufsgenossenschaft |
| Betriebshaftpflicht (1 Jahr) | 300 € | 800 € | Absolut notwendig |
| Personalkosten Monate 1–3 | 6.000 € | 20.000 € | Je nach Teamgröße |
| Liquiditätspuffer (Reserve) | 5.000 € | 15.000 € | Mindestens 3 Monatsmieten |
| GESAMT | ca. 33.000 € | ca. 147.000 € | Ohne USt. auf Eigenleistungen |
Beispielrechnung 1: Kleiner Barbershop (3 Plätze, ca. 50 m², Stadtrandlage)
Dieser Typus ist das häufigste Einsteigerszenario: überschaubare Fläche, gute Erreichbarkeit, kein Innenstadt-Aufpreis bei der Miete. Realistische Budgetplanung:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Kaution (3 Monate à 900 €) | 2.700 € |
| Renovierung (Boden, Wände, Elektro) | 8.000 € |
| 3 Barberchairs (mid-range, à 1.400 €) | 4.200 € |
| 2 Waschtische mit Stuhl | 2.800 € |
| Empfangstheke + Wartesitzbank | 2.500 € |
| Spiegel, Ablage, Beleuchtung | 1.800 € |
| Geräte (Trimmer, Trockner, Sterilisator) | 3.200 € |
| Kassensystem + TSE | 1.200 € |
| Buchungssoftware (1 Jahr) | 480 € |
| Startwarenlager | 1.500 € |
| Marketing / Launch | 2.000 € |
| Anmeldung, Versicherung, Diverses | 800 € |
| Personalkosten 3 Monate (1 Angestellter) | 7.500 € |
| Liquiditätspuffer | 7.000 € |
| Gesamtbudget | ca. 45.680 € |
Beispielrechnung 2: Premium Barbershop (5 Plätze, ca. 80 m², Innenstadt)
Wer auf ein hochwertiges Konzept setzt – hochwertige Materialien, zentrale Lage, Premiumstühle, Barber-Lounge-Atmosphäre – bewegt sich in einem anderen Preissegment. Die Mietkosten in einer A-Lage können allein 1.800–3.500 €/Monat betragen.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Kaution (3 Monate à 2.200 €) | 6.600 € |
| Umbau + Ausbau (Trockenbau, Fliesen, Beleuchtungsinstallation) | 22.000 € |
| 5 Premiumbarberchairs (à 2.200 €) | 11.000 € |
| 3 Waschtische Premium mit Stuhl | 5.500 € |
| Empfang, Lounge, Wandpaneele | 7.000 € |
| Geräte Profiqualität | 5.500 € |
| Kassensystem + iPad-POS | 2.000 € |
| Buchungssoftware + CRM (1 Jahr) | 1.100 € |
| Startwarenlager (Produkte für Retail) | 3.500 € |
| Marketing / Launch (inkl. Fotoshooting) | 5.000 € |
| Anmeldung, Versicherungen | 1.200 € |
| Personal 3 Monate (2–3 Barber) | 16.000 € |
| Liquiditätspuffer | 12.000 € |
| Gesamtbudget | ca. 98.400 € |
Wo man spart – und wo nicht
Hier können Sie gezielt sparen:
- Gebrauchte Geräte (Trimmer, Föhn) von bekannten Marken kaufen – Qualitätsmarken wie Wahl, Andis oder Moser halten lange und sind gebraucht gut verfügbar
- Eigenleistung bei der Renovierung: Wände streichen, einfache Montage von Regalen – das kann mehrere Tausend Euro sparen
- Starterpaket bei der Software wählen – viele Buchungssysteme haben kostengünstige Einstiegsversionen, die für kleine Studios völlig ausreichen
Hier sollten Sie nicht sparen:
- Barberchairs: Der Stuhl ist das Herzstück des Barbershops – ein wackliger oder unbequemer Stuhl kostet täglich Kundenzufriedenheit und schädigt langfristig den Ruf
- Beleuchtung: Schlechtes Licht führt zu schlechten Schnitten – professionelle Arbeitsbeleuchtung ist eine Investition in Qualität, nicht Dekoration
- Kassensystem mit TSE: Seit 2020 gesetzlich vorgeschrieben; Verstöße können mit empfindlichen Bußgeldern belegt werden
Einrichtungskosten im Detail: Warum kostet ein Barberchair mehr?
Der wichtigste Unterschied zwischen einem normalen Friseurstuhl und einem Barberchair liegt in der Funktion: Ein echter Barberchair hat eine Liegeposition (Reclining-Funktion) für die Rasur, eine leistungsstarke Hydraulik für stufenlose Höhenverstellung, eine robustere Konstruktion für höheres Gewicht und mehr Belastung sowie oft Armlehnen und eine breitere Sitzfläche.
Die Preisrange für Barberchairs:
| Kategorie | Preis | Für wen geeignet |
|---|---|---|
| Einsteiger / Budget | 500–900 € | Zweitstühle, kleine Studios, Testphase |
| Mittelklasse | 900–1.800 € | Professioneller Barbershop, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| Premium | 1.800–3.000 € | Flagship-Store, Premiumkonzept, hohe Frequenz |
| Luxus / Vintage-Replik | 3.000–5.000 € | Concept Store, Markenstatement |
Empfehlung: Für einen professionellen Barbershop mit täglichem Betrieb sollte der Stuhl mindestens in der Mittelklasse liegen. Günstige Stühle aus dem Konsumbereich halten selten länger als 2–3 Jahre unter Vollbetrieb – und eine Reparatur oder ein Ersatz kostet mehr als die Ersparnis beim Kauf.
Finanzierung: Optionen für Barbershop-Gründer
Die häufigsten Finanzierungswege für einen Barbershop sind:
- Eigenkapital: Schnellster Weg, keine Zinslast, stärkt die Verhandlungsposition beim Vermieter
- KfW-Gründerkredit (ERP): Zinsgünstige Darlehen für Neugründungen, über die Hausbank zu beantragen
- Bankkredit: Für Gründer mit Eigenkapital und Businessplan, aktuell 4–8 % Zinsen p.a.
- Leasing: Besonders sinnvoll für hochwertige Stühle und Geräte – niedrige Monatsrate, steuerlich als Betriebsausgabe absetzbar
- Ratenkauf beim Lieferanten: 3A Concepts bietet Zahlungspläne für Einrichtungspakete an – direkt, ohne Bank, ohne Bonitätsprüfung ab bestimmten Bestellwerten
Häufig gestellte Fragen zu Barbershop-Kosten
Was kostet ein Barbershop pro Monat laufend?
Die monatlichen Fixkosten eines kleinen Barbershops (3 Plätze) liegen typischerweise bei 4.500–9.000 €: Miete 900–2.500 €, Personal 2.000–5.000 €, Versicherungen/Software/Telefon 300–600 €, Verbrauchsmaterial 300–700 €. Hinzu kommen variable Kosten für Produkte und Werbung.
Wie viel Umsatz braucht ein Barbershop zum Überleben?
Bei einem Platz-Preis von 25–35 € pro Behandlung und 6–8 Behandlungen pro Stuhl pro Tag ergibt sich ein Tagesumsatz von 450–840 € bei 3 Stühlen. Für einen Break-even bei monatlichen Kosten von 6.000 € braucht es ca. 22 Arbeitstage x 275 € Mindestumsatz – das ist machbar, aber kein Selbstläufer.
Braucht man eine Meisterpflicht im Barbershop?
Seit 2020 gilt für Barbiere und Friseure die Handwerksordnung: Friseur ist meisterpflichtiges Handwerk. Wer ohne Meistertitel gründet, benötigt einen angestellten Meister als Betriebsleiter. Das erhöht die Personalkosten, ist aber lösbar.
Unser Team erstellt Ihnen auf Basis Ihrer Raummaße einen konkreten Einrichtungsvorschlag mit Kostenübersicht – ohne Aufpreis, ohne Verpflichtung.
Jetzt Einrichtungsplanung anfragenQuellenhinweis: Alle Preisangaben basieren auf Marktpreisen 2025 in Deutschland. Regionale Unterschiede, insbesondere bei Miete und Handwerkspreisen, können erheblich sein. Angaben ohne Gewähr. Letzte Aktualisierung: Juni 2025. Anbieter: 3A Concepts GmbH, Friseureinrichtung, Hannover.