Preisliste für das Kosmetikstudio: Preisgestaltung & Kalkulation | 3A Concepts

Die Preisliste ist deine stärkste Verkaufshilfe – oder dein größtes Problem. Wer falsch kalkuliert, arbeitet am Ende umsonst. Wer zu günstig ist, schreckt Premiumkunden ab und zieht die Falschen an. Hier bekommst du eine ehrliche Grundlage für deine Preisgestaltung.

Typische Leistungen und Preiskorridore in Deutschland

Die folgenden Preiskorridore spiegeln den aktuellen deutschen Markt wider – Großstädte tendenziell am oberen Ende, ländliche Regionen eher unten. Sie dienen als Orientierung, nicht als Vorgabe:

Leistung Marktpreis-Korridor Typische Dauer
Gesichtsbehandlung (klassisch) 35–90 EUR 45–75 Min.
Augenbrauen formen 12–25 EUR 15–20 Min.
Wimpern färben 15–25 EUR 20–30 Min.
Wimpernverlängerung (Einzelhaar, Vollset) 80–180 EUR 90–120 Min.
Maniküre (klassisch) 25–55 EUR 30–50 Min.
Pediküre (klassisch) 35–70 EUR 45–60 Min.
Peeling (Gesicht oder Körper) 40–80 EUR 45–60 Min.
Permanent Make-up (pro Partie) 150–350 EUR 90–150 Min.
Waxing (Oberlippe) 8–18 EUR 10 Min.
Rücken-Massage (30 Min.) 35–60 EUR 30 Min.

Die Kalkulations-Formel: Was du mindestens verlangen musst

Viele Kosmetikerinnen setzen Preise nach Gefühl oder nach dem, was die Konkurrenz verlangt. Das kann funktionieren – muss aber nicht. Die sicherere Methode ist eine einfache Kalkulation von unten:

Formel: Materialkosten + Zeitkosten + 20–30 % Aufschlag = Mindestpreis (netto)

Materialkosten sind alle Verbrauchsmittel für die Behandlung: Creme, Masken, Wachs, Wattepads, Einwegmaterialien. Zeitkosten berechnest du über deinen Break-Even-Stundensatz.

Stundensatz berechnen: Addiere alle monatlichen Kosten (Miete, Strom, Material-Grundbedarf, Versicherung, Lohn für dich oder Mitarbeitende, Software, Werbung). Teile durch die produktiven Arbeitsstunden im Monat (nicht Gesamtarbeitszeit, sondern Stunden mit Kunden). Das Ergebnis ist dein Break-Even-Stundensatz. Alles darunter = Verlust.

Beispiel-Kalkulation: Gesichtsbehandlung 60 Minuten

Position Betrag
Materialkosten (Creme, Maske, Einwegartikel) 8,00 EUR
Zeitaufwand 60 Min. à 55,00 EUR/Std. (Stundensatz) 55,00 EUR
Aufschlag 25 % (für Rücklagen, Gewinn, Risiko) 15,75 EUR
Nettopreis 78,75 EUR
MwSt. 19 % 14,96 EUR
Bruttopreis (Kundenpreis) 93,71 EUR

Dieser Preis liegt gut im Markt-Korridor. Wer darunter liegt, subventioniert seine Kunden. Wer deutlich darüber liegt, braucht ein erkennbares Premium-Konzept (Standort, Einrichtung, Markenpflege, Erlebnis), das den Aufpreis rechtfertigt.

Psychologische Preisgestaltung: Details, die einen Unterschied machen

Preise sind nicht nur Zahlen – sie transportieren Botschaften:

  • .90-Endungen: 49,90 EUR wirkt günstiger als 50,00 EUR – nicht nur im Einzelhandel, auch im Salon. Der Effekt ist messbar.
  • Pakete / Bundles: Gesichtsbehandlung + Augenbrauen + Wimpernfärben einzeln = 120 EUR. Als „Komplett-Pflege-Paket" für 99 EUR angeboten – höherer Umsatz pro Termin, günstigere Wahrnehmung für den Kunden.
  • Keine runden Zahlen: 85 EUR klingt nach einem berechneten Preis. 80 EUR klingt nach einem Rabatt. 89,90 EUR klingt nach einem Marktpreis.
  • Anker-Preis: Stelle deine teuerste Leistung oben in der Liste – sie macht alle anderen Preise relativ günstiger erscheinen.

Preiserhöhungen richtig kommunizieren

Preiserhöhungen sind notwendig – Materialkosten steigen, Stundenlöhne steigen, Miete steigt. Sie schlecht zu kommunizieren ist der häufigste Fehler. Bewährt hat sich:

  • Frühzeitig ankündigen – mindestens 4 Wochen vorher, per Aushang und digitaler Kommunikation
  • Kurz begründen – „Aufgrund gestiegener Material- und Betriebskosten" reicht. Keine Entschuldigungen, keine langen Erklärungen.
  • Nicht zu oft – einmal jährlich ist akzeptabel, zweimal pro Jahr nur in Ausnahmejahren
  • Klar formulieren – kein Kleingedrucktes, keine Überraschung an der Kasse

Preisliste gestalten und präsentieren

Die Preisliste ist auch ein Designelement. Eine schlecht gestaltete Liste wirkt, als wärst du nicht organisiert. Einige Punkte, die den Unterschied machen:

  • Klare Kategorien (Gesicht, Augen, Hände, Körper) – kein alphabetisches Wirrwarr
  • Leistungsbeschreibung in einem Satz – was bekommt der Kunde genau?
  • Preis und Dauer sichtbar – Kunden wollen beides wissen
  • Digitale Version (Website / PDF) immer aktuell halten – nichts ist schlechter als ein veralteter Preis online
  • Physisches Schild im Studio: gut lesbar, in den Stilfarben des Studios, griffbereit
Profi-Tipp: Prüfe deine Preise einmal jährlich – idealerweise im Januar, wenn du die Jahresabrechnung siehst. Vergleiche: Was haben deine Materialkosten verändert? Was verlangt deine Konkurrenz jetzt? Was verdienst du effektiv pro Stunde nach Abzug aller Kosten? Wenn du weniger als 18–20 EUR netto pro Stunde nach Kosten übrig behältst, ist eine Preisanpassung dringend notwendig – nicht optional.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meine Preise erhöhen?

Einmal pro Jahr ist der Richtwert, an dem sich die meisten Betriebe orientieren. In Jahren mit starker Inflation (Material, Energie, Lohn) kann eine zweite Anpassung notwendig sein. Wichtig ist, dass Erhöhungen klar und frühzeitig kommuniziert werden – überraschende Preisanstiege an der Kasse kosten mehr Kundenvertrauen als jede Preiserhöhung selbst.

Was mache ich, wenn Kunden sagen, meine Preise sind zu teuer?

Hinterfrage zunächst: Sind die Preise wirklich zu hoch für deinen Markt – oder kommunizierst du den Wert nicht überzeugend genug? Ein gut eingerichtetes, professionell geführtes Studio kann höhere Preise rechtfertigen als ein nüchterner Raum mit Plastikwanne. Wenn tatsächlich strukturelle Probleme bestehen (Preise liegen deutlich über lokalem Marktschnitt), überprüfe deine Kalkulation und prüfe, ob Pakete oder Stammkundenvorteile helfen. Aber senke nicht reflexartig – wer günstiger wird, zieht andere Kunden an.

Muss meine Preisliste im Studio ausgehängt sein?

In Deutschland gibt es keine generelle Aushangspflicht für Kosmetikstudios, wie sie z. B. für Restaurants gilt. Allerdings schreibt die Preisangabenverordnung (PAngV) vor, dass Preise gegenüber Verbrauchern klar, eindeutig und unmissverständlich kommuniziert werden müssen – also bevor die Leistung erbracht wird. Ein Aushang oder eine zugängliche Preisliste (z. B. auf der Website oder als Broschüre im Studio) ist deshalb nicht nur rechtlich sinnvoll, sondern auch ein Zeichen von Professionalität.

Professionalität beginnt bei der Einrichtung.
Ein hochwertiges Kosmetikstudio rechtfertigt höhere Preise – und steigert die Bereitschaft deiner Kunden, sie zu zahlen. Wir zeigen dir im Showroom Hannover, was dazu gehört.

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