Energiekosten im Friseursalon senken: Strom, Heizung und smarte Sparmaßnahmen | 3A Concepts

Energiekosten sind nach Personal und Miete der drittgrößte Kostenblock in einem Friseursalon. Mit den richtigen Maßnahmen lassen sich 20–35 % der Energie- und Heizkosten einsparen – ohne Komfortverzicht für Kunden oder Mitarbeiter. Hier erfährst du, wo die größten Einsparpotenziale liegen und wie du sie systematisch erschließt.

Typischer Energieverbrauch eines Friseursalons

Verbraucher Anteil am Stromverbrauch Einsparpotenzial
Beleuchtung 25–35 % Hoch (LED-Umrüstung)
Haartrockner & Styling-Geräte 20–30 % Mittel (Geräteauswahl)
Klimaanlage / Lüftung 15–25 % Mittel bis hoch
Heißwasseraufbereitung (Waschbecken) 10–20 % Mittel (Durchlauferhitzer vs. Speicher)
Wäschepflege (Handtücher) 5–15 % Mittel (Temperaturwahl, volle Ladung)
Standby-Verbraucher 5–10 % Hoch (einfach umsetzbar)

Beleuchtung: Die schnellste Amortisation

LED-Umrüstung ist die Maßnahme mit der kürzesten Amortisationszeit. Typische Einsparung gegenüber Leuchtstoffröhren oder Halogen: 60–75 % des Stromverbrauchs für Beleuchtung. Für einen Salon mit 10 Arbeitsplätzen und ca. 3.000 Betriebsstunden pro Jahr amortisiert sich eine vollständige LED-Umrüstung in der Regel innerhalb von 1–2 Jahren.

  • Bewegungsmelder in Nebenräumen (Lager, WC, Pausenraum) sparen zusätzlich 30–50 %
  • Tageslichtsteuerung dimmt Kunstlicht automatisch, wenn natürliches Licht ausreicht
  • LED-Leuchten mit hohem CRI (>90) für Farbberatung sind langfristig günstiger als günstige LEDs mit schlechter Farbwiedergabe

Heizkosten optimieren

Friseursalons haben durch Türöffnungen, Föhne und Klimaanlage komplexe Heizsituationen. Praktische Maßnahmen:

  • Eingangstür mit Luftvorhang: Reduziert Wärmeverlust bei häufigem Türöffnen um bis zu 60 % – besonders relevant für Lauflage-Salons
  • Thermostatventile mit Programmsteuerung: Absenkung auf 18 °C über Nacht und an Schließtagen
  • Infrarotheizung als Ergänzung: Für gezieltes Aufwärmen von Kundenbereichen ohne das gesamte Raumvolumen zu heizen
  • Dämmung: Undichte Fenster und Türen sind in Altbauten oft der größte Heizenergie-Fressposten – Dichtungen erneuern ist günstiger als ein neues Heizsystem

Warmwasser: Durchlauferhitzer vs. Boiler

Das Warmwasser für Waschbecken ist ein relevanter Energieposten. Die Wahl des Systems hängt vom Verbrauch ab:

  • Durchlauferhitzer (elektrisch oder gasbetrieben): Energie wird nur verbraucht, wenn Wasser fließt – optimal bei unregelmäßigem Verbrauch
  • Warmwasserspeicher: Sinnvoll bei hohem gleichzeitigem Bedarf an mehreren Waschplätzen – reduziert Wartezeiten, hat aber Bereitstellungsverluste
  • Warmwasser-Wärmepumpe: Die energieeffizienteste Lösung für größere Salons mit vielen Waschplätzen – höhere Investition, aber bis zu 70 % geringerer Energieverbrauch vs. Elektro-Boiler

Wäschepflege: Der oft vergessene Kostentreiber

Ein typischer Friseursalon verbraucht pro Tag 20–60 Handtücher. Die Waschmaschine läuft oft mehrfach täglich. Einsparmöglichkeiten:

  • Kurzwaschprogramm bei 60 °C statt 90 °C – spart 30–50 % Energie bei gleichem Hygieneergebnis (bei regelmäßiger Maschinenpflege)
  • Maschine immer voll beladen – Halbladungen kosten fast genauso viel wie volle Ladungen
  • Wäscheservice als Alternative prüfen: Für größere Salons ist externer Wäscheservice oft günstiger als eigene Wäsche (kein Maschinenverschleiß, kein Wasserverbrauch)
Quick-Win: Standby-Verbraucher eliminieren. Abschaltbare Steckdosenleisten für alle Geräte (Kassenterminal, Radio, Ladestationen, Steuergeräte), die über Nacht unnötig Strom ziehen – das sind im Jahresverlauf oft 100–200 kWh unnötiger Verbrauch.

Energieverbrauch messen – und damit steuern

Was nicht gemessen wird, kann nicht verbessert werden. Smarte Stromzähler (z. B. via Smart-Meter-Gateway) oder zwischensteckbare Energiemessgeräte zeigen, welche Geräte wie viel verbrauchen. Viele Energieversorger bieten kostenlose Energieberatungen an – das lohnt sich besonders für Salons mit einem Jahresverbrauch über 10.000 kWh.

Energieeffiziente Einrichtung beginnt bei der Planung: Die richtige Platzierung von Arbeitsplätzen, Wasseranschlüssen und Beleuchtungsquellen entscheidet langfristig über Verbrauch und Kosten. Mehr zur Salonplanung: Friseursalon planen – der Leitfaden.

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