Erstausstattung Friseursalon: Die komplette Einkaufsliste für Neugründer | 3A Concepts

Erstausstattung Friseursalon: Die komplette Einkaufsliste für Neugründer

Lesezeit: ca. 10 Minuten · 3A Concepts GmbH, Hannover

Wer zum ersten Mal einen Friseursalon eröffnet, steht vor einer scheinbar endlosen Liste an Anschaffungen. Was ist wirklich notwendig, was kann warten, was kauft man am besten sofort in guter Qualität – und bei was reicht die günstige Variante zu Beginn? Dieser Artikel gibt Ihnen eine strukturierte, vollständige Übersicht über die Erstausstattung eines Friseursalons: von den großen Möbeln bis zur Kassenpflicht. Inklusive einer Preistabelle als grobe Orientierung.

Was ein Friseursalon wirklich zum Start braucht

Grob lässt sich die Erstausstattung in sechs Kategorien einteilen: Arbeitsmöbel und Ausstattung, Waschbereich, Empfang und Wartebereich, Kleingeräte und Werkzeug, Kassensystem sowie Betriebsmittel und Verbrauchsmaterialien. Letztere – also Farben, Shampoos, Einwegcapes – lassen wir in diesem Artikel außen vor, weil sie kein Investitionsgut sind. Der Fokus liegt auf der langlebigen Ausstattung.

Planungshinweis: Die Anzahl Ihrer Frisierstühle bestimmt fast alles andere. Definieren Sie zuerst, wie viele Arbeitsplätze Sie betreiben wollen – dann ergibt sich der Rest fast von selbst. Faustregel: Pro Frisierstuhl planen Sie ca. 6–8 m² Nutzfläche ein.

Kategorie 1: Frisierstühle

Der Frisierstuhl ist das Herzstück jedes Arbeitsplatzes. Er muss täglich stundenlang bequem für den Kunden sein, gleichzeitig ergonomisch für den Friseur und robust genug, um Jahre des Dauereinsatzes zu überstehen.

Wie viele Frisierstühle brauche ich?

Das hängt von Ihren Öffnungszeiten, der Teamgröße und dem geplanten Umsatz ab. Als Richtwert gilt: Ein Friseurstuhl sollte im Vollbetrieb zwischen 8.000 und 15.000 Euro Jahresumsatz ermöglichen. Bei einer geplanten Jahreskapazität von 80.000 Euro brauchen Sie 6–10 Stühle – je nachdem, wie gut ausgelastet sie sein werden.

Welche Typen gibt es?

  • Hydraulischer Frisierstuhl: Der Klassiker. Höhenverstellbar über eine Fußpumpe. Langlebig, günstig im Unterhalt.
  • Elektrischer Frisierstuhl: Höhen- und oft auch Rückenlehnenverstell per Knopfdruck. Komfortabler, teurer, wartungsintensiver.
  • Barber-Stuhl: Für Herrensalons und Barbershops. Oft mit Liegefunktion, massiver Optik und stärkerem Sitzpolster ausgeführt.
  • Kinderstuhl / Aufsatz: Optional, aber sinnvoll wenn Sie Familien als Zielgruppe haben.

Kategorie 2: Waschplätze

Der Waschplatz – bestehend aus Waschtisch, Becken und Waschsessel – ist nach dem Frisierstuhl die zweitwichtigste Investition. Mindestausstattung für einen Salon mit 3–4 Frisierstühlen ist in der Regel 1 Waschplatz, ab 5 Stühlen empfehlen sich 2.

Typen und Entscheidungskriterien

  • Rückwärtswaschanlage: Kunde sitzt, Kopf wird nach hinten über das Becken gelegt. Hygienestandard, ergonomisch für den Friseur, komfortabler für Kunden mit Nackenproblemen.
  • Vorwärtswaschanlage: Weniger verbreitet, benötigt weniger Platz. Der Kunde beugt sich nach vorne über das Becken.
  • Liegender Waschsessel: Premium-Segment. Elektrisch, vollständig in Liegeposition absenkbar. Besonders geeignet für Wellnesssalons.

Achten Sie bei der Wasserinstallation auf ausreichend Druck und Warmwasserbereitung für mehrere gleichzeitige Zapfstellen. Das klärt man vorab mit dem Installateur, nicht nachher.

Kategorie 3: Spiegelstationen und Arbeitsmöbel

Zu jedem Frisierstuhl gehört eine Spiegelstation: ein Wandspiegel mit darunter befestigter oder freistehender Ablage- und Stauraummöbel. Die Qualitätsunterschiede bei Spiegelstationen sind erheblich – günstige Varianten wirken nach 3–4 Jahren veraltet, Premium-Möbel halten Jahrzehnte und werten den Salonraum sichtbar auf.

Bedenken Sie: Der Spiegel ist das erste, was Ihr Kunde nach dem Hinsetzen sieht. Er rahmt Ihre Arbeit buchstäblich ein. Das ist keine Stelle, an der man billig spart.

Zur Spiegelstation gehört die Ablage für Arbeitsmittel (Föhn, Bürsten, Produkte) sowie idealerweise abschließbarer Stauraum. Manche Konzepte sehen keine Schubladen vor und arbeiten mit Trolleys – das hat Vor- und Nachteile hinsichtlich Ordnung und Flexibilität.

Kategorie 4: Empfangstheke und Wartebereich

Der Empfangsbereich ist das erste, was ein Kunde beim Betreten sieht. Eine gut konzipierte Empfangstheke signalisiert Professionalität, ermöglicht einen reibungslosen Check-in und bietet Platz für Kasse, Terminal und Terminkalender.

  • Empfangstheke: Mindestbreite 100 cm. Wenn Sie Wartelisten führen, Termine annehmen und gleichzeitig Produkte präsentieren wollen, planen Sie 140–160 cm ein.
  • Wartestühle/-sofa: Mindestens 2 Sitzplätze für einen 3–4-Personen-Salon. Wählen Sie Polsterung, die sich leicht reinigen lässt.
  • Garderobe: Oft vergessen. Kunden mit Jacken und Taschen brauchen einen Platz zum Ablegen – das ist auch eine Frage der Sicherheit.
  • Produkt-Display: Falls Sie Retail betreiben, ist die Empfangszone der Hauptverkaufsort. Planen Sie entsprechend Regalfläche ein.

Kategorie 5: Kleingeräte und Werkzeug

Föhn, Glätteisen, Lockenstab, Schere, Rasiermesser, Trimmer – das ist das handwerkliche Rüstzeug. Diese Positionen sind keine Einrichtungsgegenstände im engeren Sinne, aber budgetrelevant. Pro Arbeitsplatz rechnen Gründer realistisch mit 500 bis 1.500 Euro für professionelles Gerät. Sparen Sie hier nicht am falschen Ende – Profi-Föhne halten deutlich länger und arbeiten effizienter als Consumerprodukte.

Kategorie 6: Kassensystem und TSE-Pflicht

Seit 2020 gilt in Deutschland die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV): Jede elektronische Kasse muss mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) ausgestattet sein. Das ist keine Option, sondern Pflicht. Bei Betriebsprüfungen wird das geprüft; Verstöße können zu Schätzungen und empfindlichen Nachzahlungen führen.

Für Friseursalons geeignete Kassensysteme:

  • Salonspezifisch: Salonize, Fresha, Treatwell (integrieren Terminbuchung und Kasse)
  • Allgemein: Lightspeed, SumUp, Orderbird (mit TSE-Modul nachrüstbar)

Achten Sie darauf, dass das System Mitarbeiterumsätze getrennt erfassen kann – das erleichtert die Lohnabrechnung erheblich.

Erstausstattungsliste mit Preisrahmen

Die folgenden Preise sind Richtwerte für einen Salon mit 4 Frisierstühlen und 1–2 Waschplätzen. Sie variieren je nach Region, Lieferant und Ausstattungsgrad erheblich.

Produktkategorie Mindestmenge Preis (Einstieg) Preis (Mittelklasse) Preis (Premium)
Frisierstuhl (hydraulisch) 4 Stück 280–500 € / Stück 600–1.200 € / Stück 1.500–3.500 € / Stück
Waschplatz (Becken + Sessel) 1–2 Einheiten 500–900 € / Einheit 1.000–2.500 € / Einheit 3.000–7.000 € / Einheit
Spiegelstation 4 Stück 200–400 € / Stück 500–1.000 € / Stück 1.200–2.500 € / Stück
Empfangstheke 1 Stück 400–800 € 1.000–2.500 € 3.000–8.000 €
Wartebereich (Sofa/Stühle) 2–3 Sitzplätze 300–600 € 800–1.800 € 2.000–5.000 €
Kleingeräte pro Arbeitsplatz 4 Sets 300–500 € / Set 600–1.200 € / Set 1.500–3.000 € / Set
Kassensystem inkl. TSE 1 System 300–600 € einmalig + Abo 700–1.500 € einmalig + Abo ab 2.000 € einmalig + Abo
Garderobe, Spiegel, Zubehör 1 Set 200–400 € 500–1.200 € 1.500–4.000 €

Hinweis: Montage, Lieferung und Elektroinstallation sind in diesen Preisen nicht enthalten. Kalkulieren Sie ca. 10–20 % der Möbelkosten für Montage und Installation zusätzlich ein.

Reihenfolge der Anschaffungen – Was zuerst kaufen?

Nicht alles muss am ersten Tag vorhanden sein. Folgende Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt:

  1. Raumplanung und Möbelauswahl (3–6 Monate vor Eröffnung)
  2. Waschplätze bestellen – lange Lieferzeiten, müssen mit Elektriker und Installateur koordiniert werden
  3. Frisierstühle und Spiegelstationen bestellen – ebenfalls 8–12 Wochen Vorlauf einplanen
  4. Empfangstheke und Wartebereich – oft auch kurzfristiger verfügbar
  5. Kassensystem einrichten – mindestens 4 Wochen vor Eröffnung, damit Sie Zeit für Tests haben
  6. Kleingeräte und Werkzeug – können auch kurzfristig beschafft werden

Häufigste Anfängerfehler bei der Erstausstattung

Diese Fehler begegnen uns regelmäßig: Frisierstühle werden ohne Probesitzen bestellt. Waschplätze werden zu knapp geplant (zu wenig Stück, zu wenig Platz). Die Empfangstheke ist zu schmal für das Kassensystem. Der Farbraum wird vergessen oder in eine Ecke gequetscht. Das Kassensystem wird ohne TSE-Modul gekauft.
  • Zu wenig Puffer im Budget: Planen Sie 15–20 % Puffer ein. Unvorhergesehenes bei der Installation ist die Regel, nicht die Ausnahme.
  • Alles auf einmal: Priorisieren Sie. Was Sie am ersten Tag brauchen, muss geliefert sein. Was Sie erst in 3 Monaten brauchen, kann warten.
  • Günstigste Option bei zentralen Möbeln: Frisierstühle und Waschplätze werden täglich intensiv genutzt. Hier zahlen sich solide Qualität und guter Service aus.
  • Lieferzeiten unterschätzen: 10–14 Wochen Lieferzeit für individuelle Möbel sind normal. Wer das zu spät einplant, verschiebt seinen Eröffnungstermin.
  • Kein Showroom-Besuch: Kaufen Sie niemals einen Frisierstuhl, auf dem Sie nicht selbst gesessen haben – und Ihr Team auch nicht.
Planen Sie Ihre Erstausstattung – wir helfen dabei.
Im Showroom von 3A Concepts in Hannover können Sie Frisierstühle, Waschplätze und Spiegelstationen in echtem Kontext erleben. Wir begleiten Sie von der ersten Raumskizze bis zur fertigen Einrichtung – persönlich, ohne anonyme Hotline.
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